Die Freiwillige Feuerwehr Grävenwiesbach wurde im Jahre 1903 gegründet. Die Aufnahme erfolgte im Feuerwehr –Verband des Regierungspräsidiums Wiesbaden, Aufnahme-Schein-Nr. 190 vom November 1903.

Vorausgegangen waren eine Vielzahl von Bränden, die erhebliche Schäden in Grävenwiesbach und Umgebung verursachten. Die Pflichtfeuerwehr war mit dem Feuerlöschwesen nicht sehr gut betraut um die Brände mit dem notwendigen Erfolg bekämpfen zu können.

Der damalige Bürgermeister Jung nahm sich dieser Angelegenheit sehr intensiv an und gründete die Freiwillige Feuerwehr Grävenwiesbach, die sodann die dritte Feuerwehr nach Usingen und Wehrheim im Kreis Usingen war. Im Gründungsjahr gehörten 34 aktive Kameraden der Wehr an.

In der ersten gemeinsamen offiziellen Versammlung am 15.11.1903 wurde als 1. Kommandant Wilhelm Rühl und als 2. Kommandant Wilhelm Klein gewählt. Weiterhin wurden spezifische Gruppenführer für die Steigermannschaft (Karl Köll), für die Spritzenmannschaft (Louis Knörr) und für die Wassermannschaft (Johannes Sörmann) ernannt.

In der Gründerzeit standen wenig Geldmittel zur Verfügung und so halfen hier die Brandkasse, verschiedene Feuerversicherungen sowie andere wohltätige Menschen, so daß zumindest die allernötigsten Geräte und Ausrüstungsgegenstände beschafft werden konnten.
So stand aus dem Jahre 1830 einen Saug- und Druckspritze sowie eine Handdruckspritze von 1874 zur Verfügung.
Eine Bewährungsprobe folgte im Gründerjahr bei einem Brand in der eng bebauten Bachstrasse. Durch das schnelle und gute Eingreifen wurde eine Ausbreitung auf andere Gebäude verhindert.

Der damalige Landrat Geheimrat Dr. Beckmann stiftete für eine ausziehbare Leiter die erste Sprosse in Form von 20 Goldmark. 1911 erhielten die Wehrmänner die ersten Uniformen.
Per Horn wurde Sonntags morgens zur Übung geblasen und ohne triftigen Grund wagte es niemand fernzubleiben.
Durch kulturelle und gesellige Veranstaltungen wurde das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der Gemeinde zunehmend gestärkt.

Bei Beginn des 1. Weltkrieges 1914 wurden 25 Feuerwehrmänner zu den Waffen gerufen, so daß erst lange nach Kriegsende der Wiederaufbau der Wehr angegangen werden konnte.

1924 legte Wilhelm Rühl sein Amt nieder und Louis Knörr wurde 1. Kommandant, sein Stellvertreter wurde Adolf Wolf. Der Aufbau wurde von Knörr forciert. In unzähligen Übungsstunden wurde wieder eine jederzeit einsatzbereite Mannschaft ausgebildet, die oft zu Brandbekämpfungen und zu anderen Hilfeleistungen gerufen wurden.
Es wurde modernes Gerät angeschafft, wie z.B. 2 Schlauchwagen mit 120 m C-Schlauch, 1928 stiftete der Nass. Feuerwehrverband zwei Hakenleitern, 1938 erhielt die Wehr die erste Tragkraftspritze TS4, eine weitere Tragkraftspritze TS 8 wurde während des 2. Weltkrieges in Dienst gestellt.

Im Rahmen der kulturellen Aufgabe der Wehr wurde 1929 eine Feuerwehrkapelle gegründet, die nicht nur in Grävenwiesbach sondern auch in vielen anderen Gemeinden aufspielte und einen guten Ruf hatte.

In der Generalversammlung am 17. Februar 1930 wurde der Beschluß gefaßt das ein Familienabend abgehalten werden sollte. Am 01. März 1930 fand der 1. Familienabend statt. Eintritt für eine Person 1,50 Reichsmark, mit Partner mußte man 2,00 Reichsmark bezahlen.

Aber nach dem Zusammenbruch von Deutschland nach dem Ende des 2. Weltkrieges bedeutete dies auch den Zusammenbruch der Wehr. Erneut war es Louis Knörr der den Wiederaufbau tätigte und sogar bei dem damaligen amerikanischen Kommandanten für den Kreis persönlich vorsprach und eine Sondergenehmigung erwirkte. In verhältnismäßig kurzer Zeit stand erneut eine gut ausgebildete Wehr bereit.

1950 sind die ersten Eintritte von Passiven Mitgliedern vorhanden, hier wurden verschiedene Personen rückwirkend auf 1945 Passiv geschrieben. Diese Liste wurde bis 1960 fort geschrieben.

Nach 50 Jahren Einsatz für die Freiwillige Feuerwehr Grävenwiesbach gab Louis Knörr 1953 sein Amt ab. Zum Dank wurde er zum Ehrenbrandmeister ernannt. Sein Sohn Karl Knörr trat seine Nachfolge an und Robert Garth wurde zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt.

Die Wehr mußte sich durch die Ansiedlung von mehreren größeren Industriebetrieben und dadurch erhöhten Brandgefahren den neuen Anforderungen zur Sicherung des Brandschutzes anpassen.
Modernere und leistungsfähigere Brandbekämpfungsgeräte waren notwendig und Spezialausbildungen mußten durchgeführt werden.

Zwischenzeitlich war das alte Gerätehaus auf dem Schulplatz zu klein geworden, die Ausrüstungsgegenstände waren in Scheunen und Schuppen untergebracht. 1956 sollte dann ein Gerätehaus an die alte Schule gebaut werden, jedoch war trotz gültigem Bauschein das Grundstück nur teilweise der Gemeinde. Nach Einspruch der Schulbehörde könnte kein Gerätehaus gebaut werden.
Als dann der Bau eines Rathauses geplant wurde, sah man hier eine Lösung und so folgte im November 1958 der Einzug in das Erdgeschoß, zwei Garagen und ein Schlauchtrockenturm waren nun vorhanden.

Im Jahr 1965 konnte das erste Löschgruppenfahrzeug 16 mit 800 l Wassertank mit Hilfe der ortsansässigen Industriefirmen angeschafft werden. Weiterhin wurde vom Katastrophenschutz ein Löschfahrzeug LF16/TS in Grävenwiesbach stationiert, das auch bei örtlichen Einsätzen verwendet werden konnte.

Um die Zukunft der Wehr zu sichern wurde 1965 der Beschluß gefaßt eine Schülerwehr zu gründen. 1973 resultierte daraus die Jugendfeuerwehr.

1968 stellte Robert Garth sein Amt zur Verfügung und Karl Pauly wurde zum stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt.
Karl Knörr stellte 1970 seinen Posten als Ortsbrandmeister zur Verfügung. Für seine Verdienste um das Feuerlöschwesen wurde auch er zum Ehrenortsbrandmeister ernannt. Zu seinem Nachfolger als Ortsbrandmeister wurde Werner Grafe gewählt.

Wegen zunehmender Gefahrenquellen (Einbau von vielerlei Kunststoffen, Lagerung von Heizöl und Verwendung von Flüssiggasen zu Heizzwecken in Wohnhäusern und Betrieben) und den gemachten Erfahrungen bei Waldbränden, wurde 1975 das erste Tanklöschfahrzeug 16 angeschafft um hier schlagkräftiger zu agieren.

Damit die Einweisungen besonders bei Groß- und Waldbränden besser koordiniert werden konnten, wurden 1977 alle Fahrzeuge mit Funk ausgestattet.

Im Januar 1979 legt Karl Pauly sein Amt als stellvertretender Wehrführer aus Altersgründen nieder. Bernd Zwengel übernahm diesen Posten.

Im Jahre 1983 wurde Bernd Zwengel zum Wehrführer gewählt. Als sein Vertreter fungierte bis 1987 Wolfgang Körner und danach Markus Ullrich.

Durch die Zusammenlegung der Gemeinden im Jahre 1972 nahmen auch die Anforderungen in der Wehr zu. So wurde 1990 ein weiteres Löschgruppenfahrzeug LF16/TS und in 1992 eine Feldküche vom Katastrophenschutz in Grävenwiesbach stationiert.

Markus Ullrich wurde 1992 zum Wehrführer gewählt. Seine Vertreter waren von 1992 bis 1994 Ralf Heimann und ab 1994 Thorsten Pauly.

Das 28 Jahre alte Löschgruppenfahrzeug 16 wurde 1992 gegen ein Löschgruppenfahrzeug LF 8/6 mit Hilfeleistungssatz ersetzt. Hinzu kam 1993 noch ein Mannschaftstransportfahrzeug, ein alter Polizeibus wurde in Eigenhilfe dazu umfunktioniert.

1997 gab es abermals einen Wechsel in der Wehrführung. Thorsten Pauly wurde Wehrführer und Holger Schlott sein Vertreter, welcher in 2004 von Michael Ullrich als Vertreter abgelöst wurde.

2007 wurden Achim Pauls zum Wehrführer und Michael Ullrich weiterhin als stellvertretender Wehrführer gewählt.

Ein nächster Wechsel der Wehrfürung stand in 2017 an. Hendrik Solz übernahm die Funktion des Wehrführers und Achim Pauls die des Stellvertreters.

Bis 1992 waren der Kommandant oder später Ortsbrandmeister bzw. Wehrführer genannt auch gleichzeitig Vereinsvorsitzender. Danach wurden das Amt des Wehrführers und des Vereinsvorsitzenden von 2 Personen besetzt.
Die Trennung der Ämter wurde eingeführt, da die Arbeit des Wehrführers durch die immer größer werdenden Anforderungen nur noch schwierig mit der ebenfalls mehr werdenden Arbeit des Vorsitzenden zu vereinbaren ist.
01.1992 – 01.1994 Walter Richter
01.1994 – 01.1997 Bernd Zwengel
01.1997 – 02.2001 Carsten Knörr
02.2001 – 01.2002 Thorsten Laut, kommissarisch
01.2002 – heute Katja Pauly

Bei der Generalversammlung am 10. Januar 2003 wurde der Antrag gestellt, Herrn Bernd Zwengel zum Ehrenvorsitzenden der Freiwilligen Feuerwehr Grävenwiesbach zu ernennen. Bernd Zwengel kann auf einen Zeitraum von über einem viertel Jahrhundert zurück blicken, wo er die Geschicke der Feuerwehr Grävenwiesbach deutlich geprägt hat. Insgesamt war er 26 Jahre lang ohne Unterbrechung im Feuerwehrvorstand.
Heute stehen in den Führungsreihen der Wehr die Kameraden, die unter ihm und seinen damaligen Weggefährten, also der damalige Nachwuchs, welche an die Feuerwehrarbeit heran geführt wurden.
Der Antrag wurde einstimmig beschlossen.

Bereits im Gründungsprotokoll ist zu lesen, das für ein voll funktionsfähiges Gerätehaus kein Geld zur Verfügung steht. Dieses Problem zieht sich durch die gesamte Geschichte der Feuerwehr. Im Jahr 2005 konnten wir ein auf die Bedürfnisse der Wehr abgestimmtes Gerätehaus auf dem ehemaligen Ohly-Gelände beziehen. In diesem Zusammenhang konnten einige Aufgabenbereiche der Großgemeinde zentralisiert werden, z.B. Kleiderkammer, Atemschutzwerkstatt und Schlauchpflege.

Die Geräte und Fahrzeuge erfordern eine fachgerechte Bedienung und Wartung um stets einsatzbereit zu sein. In zahlreichen Übungen proben die Aktiven alle Arten der Brandbekämpfung. Darüber hinaus erhalten viele Feuerwehrmänner und –frauen eine Spezialausbildung an der Feuerwehrschule. Auf Lehrfahrten können die Aktiven Einblicke in die Arbeit anderer Wehren gewinnen.

Alle zwei Jahre werden für die Mitglieder und deren Angehörige Ausflüge veranstaltet. Jedes Jahr lädt die Wehr zum Familienabend ein und in der Adventszeit zum Seniorennachmittag, um die ältere Generation in das Leben der Wehr mit einzubeziehen.

Im Wechsel mit dem Sportverein „TSV08 Grävenwiesbach“ richtet die Feuerwehr alle 2 Jahre die Kerb aus.
In unregelmäßigen Abständen finden „Tage der Offenen Tür“ statt. Seit 1980 pflegt die Feuerwehr auch verstärkt den Kontakt mit unserer Partnergemeinde Wuenheim. Viele schöne gegenseitige Besuche haben schon stattgefunden und es hat sich eine richtige Freundschaft entwickelt.

Alle zwei Jahre wird von dem Förderverein das Backesfest ausgerichtet. Der Erlös dieser Veranstaltung geht zu Gunsten der Aktivenabteilung, zur Anschaffung von z.B. Einsatzkleidung.

Die letzte große Anschaffung war ein Mannschaftstransportfahrzeug zur Unterstützung der Jugendarbeit im Verein. Die Finanzierung erfolgte durch Ansparung der Erlöse o.g. Veranstaltungen und großzügigen Spenden Grävenwiesbacher Bürger und einigen Firmen.

Wir danken all denen, die die Wehr in Ihrer Freizeit gegründet, weitergeführt, unterstützt und voran gebracht haben.

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